Motto 2016

Transformation – Beschleunigung – Gestaltbarkeit

Die parallele Beschleunigung sozialer Prozesse in vielen gesellschaftlichen Bereichen sowie deren zunehmend globale Dimension machen die Welt fortlaufend unübersichtlicher. Die Palette reicht vom Strukturwandel in den traditionellen Industrieregionen wie Nordrhein-Westfalen über die Digitalisierung der Arbeitswelt und die Debatte um Industrie 4.0 in Deutschland bis zu weltweiten Migrationsbewegungen. Von den globalen ökologischen Herausforderungen über neu aufkommende politische Fliehkräfte innerhalb der Europäischen Union bis zum Trend zur Urbanisierung vor Ort sind wir mit beschleunigter gesellschaftlicher Transformation konfrontiert. Inwieweit sind diese Veränderungsprozesse politisch und gesellschaftlich gestaltbar? Und inwiefern kann oder soll die Wissenschaft diese Gestaltung beeinflussen? Darf sich Wissenschaft normative Ziele zur Gestaltung dieser Transformation setzen? Ist sie sich ihrer implizit normativen Rolle bewusst, wenn sie auf solche expliziten Ziele verzichtet? Und: Wird Wissen mit dem Potenzial zu gesellschaftlicher Veränderung überhaupt im Wissenschaftsbetrieb produziert?

Das Forschungsinstitut für gesellschaftliche Weiterentwicklung hat sich zum Ziel gesetzt, gesellschaftliche Transformation nicht nur zu beschreiben, sondern auch Vorschläge zu deren aktiver Gestaltung mittels Dialog von Wissenschaft, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft zu entwickeln. Basierend auf der Zielsetzung, zur gesellschaftlichen Weiterentwicklung beitragen zu wollen, sollen die oben skizzierten gesellschaftlichen Transformationsprozesse im Rahmen des NRW-Dialogforums 2016 vom 3.-5. November unter dem Titel „Transformation – Beschleunigung – Gestaltbarkeit“ thematisiert werden. Dabei soll die aktive politische und gesellschaftliche Gestaltung der jeweiligen Transformationsprozesse ebenso zur Diskussion stehen wie die Rolle der Wissenschaft in diesem Prozess. Es wird die Frage gestellt, ob Wissenschaft gesellschaftliche Weiterentwicklung zu ihrer Aufgabe machen soll und was es für den Wissenschaftsbetrieb bedeutet, wenn sie dies tut. Diese Frage soll die inhaltliche Klammer für eine thematisch vielseitige Konferenz darstellen.

Eingeladen sind alle Akteur_innen, die gesellschaftliche Transformation als wichtigen Aspekt ihrer beruflichen oder ehrenamtlichen Tätigkeit betrachten. Die Konferenz richtet sich explizit nicht nur an Forschende, sondern auch an Menschen, die sich in der Verwaltung, in zivilgesellschaftlichen Organisationen, Parteien, Verbänden, Stiftungen oder Interessensvertretungen für eine aktive Gestaltung gesellschaftlicher Veränderung einsetzen. Den Dialog zwischen diesen verschiedenen Akteursgruppen zu fördern, ist ein zentrales Anliegen des Forschungsinstituts für gesellschaftliche Weiterentwicklung.